Die CIO-Agenda der Schweiz
Swiss IT-Studie 2025
Die CIO-Agenda der Schweiz
CIOs konzentrieren sich auf Sicherheit, Effizienz, Daten und KI. Projekte müssen Risiken senken, Prozesse beschleunigen und dem Business echten Nutzen bringen. Das zeigt auch die Swiss IT-Studie.
Sicherheit, effiziente Prozesse und der gezielte Einsatz von Daten und KI stehen 2025 im Zentrum der CIO-Agenda. (Bild: Shutterstock/Ground Picture)
Die von der Computerworld publizierte Swiss IT-Studie 2025 zeigt, dass Schweizer Unternehmen weiterhin stark digitalisieren, allerdings mit einer gewissen Bodenhaftung. Der konkrete Geschäftsnutzen und die Resilienz gegen Angriffe steht im Fokus. CIOs stehen vor der Aufgabe, gleichzeitig Sicherheit zu gewährleisten, Kosten zu kontrollieren und Innovation im Tagesgeschäft zu verankern. Die Digitalisierung wird weniger als Experiment, sondern als strategische Notwendigkeit betrachtet – und sie folgt klaren Prioritäten.
Im Zentrum stehen Projekte, die unmittelbare Wirkung entfalten: stabile Sicherheitsarchitekturen, durchgängige digitale Prozesse sowie der produktive Einsatz von Daten und Künstlicher Intelligenz. Zukunftstechnologien bleiben dagegen im Hintergrund, solange der Nutzen nicht klar erkennbar ist. Diese Priorisierung spiegelt die pragmatische Haltung wider, die viele Schweizer Firmen traditionell auszeichnet.
Sicherheit und Compliance
IT-Sicherheit bleibt die wichtigste Aufgabe der CIOs – und zwar mit deutlichem Abstand. 78 Prozent der Unternehmen zählen Security zu ihren Top-Projekten. Der Grund: Die Risiken wachsen schneller als die Schutzmechanismen. Ransomware, Phishing, Angriffe auf Lieferketten und hybride IT-Landschaften erhöhen die Komplexität ebenso wie neue regulatorische Anforderungen. Der Cyber Resilience Act, NIS2 oder der EU AI Act führen dazu, dass Unternehmen nicht nur ihre Systeme absichern, sondern auch nachweisbare Compliance gewährleisten müssen. Sicherheitsprojekte betreffen heute weit mehr als klassische Perimeter-Schutzmassnahmen. Sie umfassen Monitoring, Identity-Management, Zero-Trust-Architekturen und Incident-Response-Mechanismen, die Geschäftsunterbrüche verhindern sollen. In vielen Unternehmen wird Security zum Querschnittsthema, das sämtliche Initiativen der digitalen Transformation begleitet. CIOs müssen sicherstellen, dass Innovation nicht zulasten der Resilienz geht – und dass Security-Massnahmen den Betrieb nicht ausbremsen.
Effizienzgewinne statt Insellösungen
49 Prozent der Schweizer Unternehmen investieren gezielt in die Digitalisierung und Dokumentation ihrer Geschäftsprozesse. Der Grund liegt auf der Hand: Noch immer arbeiten viele Firmen mit papierbasierten oder fragmentierten Abläufen, die Fehler verursachen, Zeit kosten und nicht skalierbar sind. Die Swiss IT-Studie zeigt, dass End-to-End-Digitalisierung zunehmend zur Voraussetzung für automatisierte Abläufe wird. Klar ist, dass digitale Prozesse schnellere Durchlaufzeiten, bessere Nachvollziehbarkeit und eine klare Standardisierung ermöglichen. Gleichzeitig schaffen sie die Grundlage, um Automatisierungstechnologien sinnvoll einzusetzen – von Workflow-Engines über intelligente Dokumentenverarbeitung bis hin zu vollständig integrierten Kundenoder Lieferantenprozessen. Eine zentrale Herausforderung bleibt aber die Integration neuer Technologien in historisch gewachsene IT-Landschaften. Viele Unternehmen müssen ihre Prozesse nicht nur digitalisieren, sondern neu denken. Change-Management und enge Zusammenarbeit zwischen IT und Fachbereichen sind entscheidend, damit Projekte nicht an internen Widerständen scheitern.
Daten als strategischer Wert
Daten gelten heute als einer der wichtigsten Wertschöpfungsfaktoren – doch nur 32 Prozent der Unternehmen nutzen ihre Daten wirklich systematisch. Der Rest kämpft mit Silos, Inkonsistenzen oder fehlenden Spezialisten. Die Swiss IT-Studie zeigt, wie anspruchsvoll Datenprojekte in der Praxis sind: 51 Prozent der Firmen sehen die korrekte Interpretation von Analysen als grösste Herausforderung, gefolgt von der Auswahl und Verknüpfung relevanter Daten. Die Priorisierung von Business Intelligence und Predictive Analytics zeigt jedoch, dass der Trend klar Richtung datenbasierter Entscheidungsfindung geht. Unternehmen wollen Marktbewegungen früher erkennen, Abläufe optimieren und Kundenverhalten besser verstehen. In der Industrie ermöglicht Predictive Maintenance eine effizientere Produktion, im Handel verbessern KI-gestützte Prognosen die Lagerplanung, und im Finanzsektor entstehen präzisere Risikomodelle. Erst wenn Prozesse digitalisiert sind und Daten zentral zugänglich werden, entfaltet sich der wahre Wert. Erfolgreiche CIOs investieren deshalb in Datenplattformen, klare Governance-Regeln und Self-Service-BI, damit Fachbereiche unabhängig und sicher mit Daten arbeiten können.
KI zeigt erste Auswirkungen
Künstliche Intelligenz erreicht 2025 einen neuen Stellenwert: Sie steht bereits an dritter Stelle der ITAgenda – noch vor Cloud-Modernisierung oder Infrastrukturprojekten. KI hat die Schwelle vom Hype zur praktischen Anwendung überschritten. Unternehmen setzen sie ein, um repetitive Aufgaben zu automatisieren, Entscheidungen zu verbessern oder Kundeninteraktionen zu optimieren. Zu den gängigen Projekten zählen automatisierte Rechnungsverarbeitung, Chatbots im Kundenservice, intelligente Routing-Systeme, ML-gestützte Mustererkennung oder KI-basierte Sicherheitsanalysen. Besonders in der Cybersecurity entwickelt sich KI zu einem unverzichtbaren Werkzeug, um Bedrohungen in Echtzeit zu identifizieren und Gegenmassnahmen zu priorisieren. Die Herausforderungen bestehen in der Datenqualität, der Transparenz von KI-Modellen und den ethischen Anforderungen. Trotzdem zeigt die Studie klar: KI ist heute ein produktives Werkzeug – nicht nur ein Zukunftsversprechen. Unternehmen, die frühzeitig Erfahrungen sammeln, verschaffen sich Wettbewerbsvorteile bei Effizienz, Innovation und Kundenorientierung.
Cloud vom Trend zur Reifephase
Während Cloud-Themen in den vergangenen Jahren im Mittelpunkt standen, zeigt die Swiss IT-Studie 2025 eine deutliche Verschiebung. Viele Firmen haben bereits wesentliche Cloud-Projekte umgesetzt und befinden sich nun in einer Phase der Konsolidierung und Optimierung. Vorherrschend sind hybride Modelle: sensible Daten bleiben in privaten Umgebungen, standardisierte Workloads wandern in die Public Cloud. Die Vorteile – Skalierbarkeit, Kostenflexibilität, Geschwindigkeit – sind unbestritten. Doch ebenso offensichtlich wird der Bedarf an Governance und Kostenkontrolle. Die Cloud wird damit weniger als Disruption, sondern als integraler Bestandteil eines modernen IT-Betriebs verstanden.
Modernisierung der IT-Landschaften
Viele der aktuellen CIO-Projekte drehen sich um die Modernisierung bestehender Systeme. Die Swiss ITStudie weist darauf hin, dass gewachsene IT-Landschaften erhebliche Kosten verursachen und die Innovationsgeschwindigkeit bremsen. Unternehmen ersetzen veraltete ERP- oder CRM-Lösungen, konsolidieren Plattformen oder migrieren auf modulare Software-Ökosysteme. Damit einher geht eine stärkere Ausrichtung der IT an Geschäftsmodellen und Wertschöpfungsketten. CIOs sehen sich nicht mehr als Betreiber technischer Infrastruktur, sondern als Gestalter digitaler Fähigkeiten. Modernisierung bedeutet deshalb nicht nur technologischen Fortschritt, sondern organisatorische Evolution.
Fazit: Die CIO-Agenda hat klare Themen
Die Schweizer CIOs führen ihre Unternehmen durch eine Phase der konsolidierten Digitalisierung. Im Zentrum stehen Sicherheit, Effizienz, Datenqualität und der strategische Einsatz von KI. Die erfolgreiche Transformation entsteht dort, wo Technologie, Prozesse und Organisation ineinandergreifen und wo Digitalisierungsprojekte nicht nur technisch, sondern auch betriebswirtschaftlich überzeugen. Schweizer Unternehmen digitalisieren pragmatisch – und genau diese Kombination aus Stabilität und Innovationsbereitschaft macht ihre IT-Strategien 2025 besonders wirkungsvoll.