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it-sa 2026: Sicherheit ist wichtiger denn je
Vom 27. bis 29. Oktober trifft sich die Cybersecurity-Branche in Nürnberg. Die it-sa 2026 rückt KI-Sicherheit, digitale Souveränität und Resilienz in den Fokus. Für Schweizer Unternehmen geht es auch um die Folgen europäischer Vorgaben
Die it-sa Expo&Congress bringt vom 27. bis 29. Oktober 2026 die Cybersecurity-Branche in Nürnberg zusammen. (Bild: it-sa)
Cybersicherheit lässt sich längst nicht mehr allein an die IT-Abteilung delegieren. Wer KI-Systeme einführt, Produktionsanlagen vernetzt oder Dienste aus der Cloud bezieht, muss zugleich über Risiken, Zuständigkeiten und Abhängigkeiten entscheiden. Genau an dieser Schnittstelle setzt die it-sa Expo&Congress 2026 an: Die Fachmesse findet vom 27. bis 29. Oktober im Messezentrum Nürnberg statt, der begleitende Congress@it-sa beginnt bereits am Montag, 26. Oktober.
Die Veranstalter nennen KI-Sicherheit, Cloud Security, den Schutz industrieller Systeme und digitale Souveränität als Themenfelder. Hinzu kommen Zero Trust, Identitätsmanagement sowie europäische Vorgaben wie NIS2 und DORA. Für Schweizer CIOs und Sicherheitsverantwortliche ist dabei entscheidend, welche Ansätze sich in der eigenen Organisation umsetzen lassen – und welche Anforderungen sich aus Geschäftsbeziehungen mit dem europäischen Markt ergeben. Eine pauschale Übertragung von EU-Vorschriften auf Schweizer Unternehmen wäre allerdings zu kurz gegriffen.
Zwischen Produktdemo und Praxiswissen
In sechs offenen Fachforen sind nach Angaben der it-sa mehr als 400 Vorträge geplant. Einen grossen Teil bestreiten Aussteller, die ihre Lösungen und Anwendungsfälle präsentieren. Die Reihe «it-sa insights» soll ergänzend produktneutrale Beiträge zu Trends, Rechtsfragen und strategischen Themen bieten. Wer nach Nürnberg reist, kann damit Produkte vergleichen und zugleich prüfen, wie andere Organisationen ähnliche Sicherheitsprobleme angehen. Die Vorträge sollen anschliessend über die Plattform it-sa 365 abrufbar sein.
Mehr Raum für vertiefte Diskussionen bietet der Congress@it-sa im NCC Ost. Verbände, Branchenorganisationen und Anbieter gestalten dort Themenblöcke, die laut Veranstalter überwiegend kostenfrei sind. Das dürfte besonders für Fragen interessant sein, die sich an einem Messestand nur schwer klären lassen: Wie werden Lieferantenrisiken bewertet? Welche Kontrollen braucht ein KI-System im Betrieb? Und wie lässt sich nach einem Angriff der Geschäftsbetrieb wiederherstellen?
Regulierung trifft auf Infrastruktur
Ein konkreter Programmpunkt sind die «eco Internet Security Days», die am 28. Oktober erstmals im Rahmen der it-sa stattfinden. Die Konferenz verbindet Fragen zu Regulierung und Haftung mit resilienten Netzen, Cloud und Rechenzentren. Auch sichere KI, E-Mail-Sicherheit und die Abwehr von DNS-Missbrauch stehen auf der Agenda. Der Schwerpunkt zeigt, wie eng technische Schutzmassnahmen inzwischen mit Investitions- und Führungsentscheiden verknüpft sind.
Für Schweizer Unternehmen ist dieser Blick über die Grenze relevant, ohne dass jedes europäische Regelwerk für sie unmittelbar gilt. DORA etwa richtet sich an bestimmte Finanzunternehmen in der EU und behandelt unter anderem IKT-Risikomanagement, Vorfallmeldungen, Tests und Risiken durch externe Technologieanbieter. Solche Anforderungen können auch in Gesprächen mit europäischen Kunden und Partnern eine Rolle spielen. Entscheidend bleibt, die jeweils konkrete rechtliche und vertragliche Situation zu prüfen.
Ein Schweizer Start-up im Finale
Wie breit das Feld der Sicherheitslösungen geworden ist, zeigt der ATHENE Startup Award. Fünf junge Unternehmen treten am 28. Oktober im Finale an. Zu ihnen gehört «Blindsight aus Zürich» mit einer Plattform zur Überwachung und Absicherung von KI-Systemen. Die weiteren Finalisten befassen sich unter anderem mit Tests für Embedded Software, automatisierten Penetrationstests und der Umsetzung des Cyber Resilience Act im Maschinenbau. Die beschriebenen Leistungen stammen aus der Vorstellung der Nominierten; wie sich die Lösungen im Einsatz bewähren, ist damit noch nicht beurteilt.
Die it-sa kann auf ein gewachsenes Publikum bauen: 2025 zählten die Veranstalter 993 Aussteller und 28’267 Fachbesucher aus 64 Ländern. Ob die Ausgabe 2026 daran anknüpft, wird sich erst nach der Messe zeigen. Für Besucherinnen und Besucher aus der Schweiz liegt der Nutzen schon vorher in einer gezielten Auswahl: Wer mit konkreten Fragen zu KI, Cloud-Abhängigkeiten oder Wiederanlaufplänen anreist, dürfte aus den Gesprächen mehr mitnehmen als aus einer blossen Tour durch die Hallen. Teile des Programms sind zudem über den hybriden Kanal it-sa@home zugänglich.